Das Casa do Amor (Haus der Nächstenliebe) ist ein Seniorenzentrum in der Großstadt Recife. Nach der Einweihung des Hauses durch Erzbischof Dom Helder Camara am 6. Januar 1995 entwickelt es sich zu einem Ort der Begegnung im Stadtteil Arruda. In der grauen und dreckigen Metropole ist das Haus mit seinem großen Garten eine kleine grüne Oase in der Stadt. Im Casa do Amor wohnen etwa 30 alte Menschen, die keine Angehörigen haben und zuvor auf der Straße oder in einem Elendsviertel gelebt haben.

Entstanden ist das Casa do Amor aus einer Initiative von dem Brasilianer Daniel Rolim (Betriebswirt) und der deutschen Martina Franck (Sozial- und Religionspädagogin). Die Hilfsbedürftigkeit älterer obdachloser Frauen bewegte die beiden sehr und sie halfen ihnen zunächst indem sie Lebensmittel und Kleidung verteilten. Doch um den alten Menschen nachhaltig helfen zu können, war mehr nötig. Zusammen mit den Freundinnen Patricia und Paula Pinheiro entstand die Idee, ein Wohnheim für die Frauen zu schaffen. Mit Hilfe des bischöflichen Hilfswerkes Misereor und vieler Spender konnte ein geeignetes Haus erworben werden. Das Haus, ein ehemaliges Herrenhaus einer Mango-Plantage, wurde seitdem mehrfach umgebaut und erweitert.

Durch den Kauf eines Nachbarhauses im Jahr 2007 konnte neuer Raum geschaffen werden. Der vordere Bereich des neuen Hauses wird nun für Jugendarbeit und Stadtteilaktivitäten genutzt, im hinteren Gebäudeteil finden nach einem Umbau weitere Bewohnerinnen einen Platz im Casa do Amor.

Entsprechend der brasilianischen Mentalität empfinden die Betreuten des Casa do Amor den Verlust ihrer Familie und die Einsamkeit als großes Übel. Ziel der Konzeption des Altenheimes ist es deshalb, eine familienähnliche und liebevolle Atmosphäre zu fördern. Die Bewohnerinnen sollen sich zu Hause und angenommen fühlen. Viele der Bewohnerinnen wollen darum auch kein Einzelzimmer, sondern leben zu zweit oder dritt auf einem Zimmer und essen alle zusammen auf der großen überdachten Terasse.

Die Bewohner werden ihren Möglichkeiten entsprechend zum selbständigen Leben animiert. Viele ergreifen kleinere Tätigkeiten in der Garten- und Küchenarbeit oder betätigen sich in Bastelarbeiten. So wird ihr Selbstwertgefühl gestärkt und sie können ihr neues Heim mitgestalten.

Durch Gottesdienste, Feste und andere Aktivitäten wird die Gemeinschaft innerhalb des Hauses und mit der Nachbarschaft gestärkt. Bereits nach wenigen Monaten entwickelte sich das Casa do Amor zum sozialen Zentrum, von dem sich Bedürftige, aber auch Nachbarn, Gemeindemitglieder und ehrenamtliche Helfer angesprochen fühlen.

Zu einem abwechslungsreichen Alltag gehören auch gelegentliche Ausflüge in den Zoo oder zum Strand.


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Kennwort: Zweck W31046 Casa do Amor, Brasilien 

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